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Kleine Vergaserkunde:
Wer weiß eigentlich, wie ein Vergaser Funktioniert? Da die meisten Motorradfahrer sich auch mit der Technik beschäftigen, hat sicherlich jeder in etwa eine Ahnung davon, was in diesen Dingern vor sich geht. Was ist aber eine Düsennadel und was ist die Nadeldüse oder wo sitzt das Mischrohr? - Deswegen eine kleine Vergaserkunde: Das wichtigste Bauteil jedes Vergasers ist das Venturirohr, daß ist das Rohr, welches das Gehäuse bildet und im Grunde nichts anderes, als eine aufgerollte Flugzeugtragfläche ist. Dabei ist die Oberseite der “Tragfläche“ die Innenseite des Rohres: Wenn jetzt Luft durch das Rohr strömt und den engeren Bereich passiert, muß sie an dieser Stelle schneller strömen, als in den anderen Bereichen. Dadurch entsteht an der Engstelle ein Unterdruck (wie an der Oberseite einer Tragfläche).
Ist an der Engstelle ein Röhrchen angebracht, welches mit Benzin gefüllt ist, so wird dieses von dem Unterdruck im Venturirohr angesaugt und mitgerissen.
Das ist eigentlich alles, was man für einen Vergaser braucht (und die Ersten hatten auch nicht mehr ). Da wir aber Motorrad fahren möchten, brauchen wir noch ein paar Teile, um die Motorleistung regeln zu können. (Auch wenn einige von uns Digitalfahrer sind, - Vollgas oder Parken.:-) ) Bauen wir in unseren Vergaser einfach mal einen Schieber ein und wenn wir schon dabei sind. bekommt er auch gleich seine Düsennadel (rot) und die Nadeldüse (grün). Je nachdem wie der Schieber steht, verschließt die Düsennadel -mehr oder weniger- die Nadeldüse.
Jetzt funktioniert er schon besser, aber etwas fehlt noch: Wir können den Benzinpegel in dem Röhrchen noch nicht regulieren. Sinkt der Pegel, kann weniger Benzin angesaugt werden und unser Luft-Benzin-Gemisch wird zu mager. Wir brauchen eine Vorrichtung, die den Benzinpegel auf einem Niveau hält: Den Schwimmer mit seinem Schwimmernadelventil und da Ganze schön verpackt im Schwimmergehäuse (grün):
Sinkt der Benzinpegel, senkt sich der Schwimmer (blau) und das Schwimmernadelventil
(rot) wird geöffnet; Benzin kann nachfließen, - der Pegel steigt,
der Schwimmer hebt sich und schließt das Schwimmernadelventil. Damit
das Schwimmernadelventil sich bei dem ewigen öffnen und schließen
sich nicht in seinen Sitz einarbeitet, haben wir ihm gleich noch eine Feder
spendiert, die die Stöße abfängt.
Strömt Luft durch unser Venturirohr, entsteht ja unser bekannter Unterdruck - und der verbreitet sich durch die öffnung (rot eingekreist) im Schieber. Dieser Unterdruck (grün) hebt den Schieber gegen den Umgebungsdruck (blauer Kreis), getrennt durch die Membrane (orange) an, bis sich ein Gleichgewicht eingestellt hat. Unser Vergaser funktioniert jetzt schon mal ganz gut, nur leider
haben wir jetzt keine Möglichkeit mehr ihn zu regulieren, da alles
alleine geht.
Die Drosselklappe(rot) würgt bei bedarf den Luftstrom in unserem
Venturirohr einfach ab. – Wir haben wieder eine Möglichkeit der Regulierung!
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